guertelmesser
Klassisches Messer, mit feststehender Klinge, zum universalen Gebrauch bestens geeignet. Da so ein Messer oftmals am Gürtel mitgeführt wird, trägt es auch die Bezeichnung Gürtelmesser. Die Klinge besteht aus ATS 34 Stahl und verfügt über einen Flacherl (Full Tang). Weiterhin wurde Cocobolo-Holz als Material für die Griffschalen gewählt.

Das Messer ist einer der wichtigsten Gebrauchsgegenstände. Die ersten Klingen bzw. messerähnlichen Werkzeuge wurden bereits in der Steinzeit erfunden und verwendet. Die Entwicklungsgeschichte dieses Werkzeugs bzw. dieser Waffe ist ausgesprochen spannend, denn sie spiegelt auch die Technologie des jeweiligen Zeitalters wider.

Die Klinge eines Messers dient zum Durchtrennen von Materialien. Dementsprechend wurden Messerklingen schon immer aus harten und stabilen Werkstoffen gefertigt. Am Anfang nutzte man Stein und später dann Metall. Seit einigen Jahren werden sogar Messerklingen aus Keramik hergestellt. Aber Metall, genauer gesagt Stahl, ist und bleibt das Hauptmaterial in der Messerproduktion, und das nicht nur bei der Klinge, sondern auch bei vielen anderen Bauteilen, aus denen sich ein Messer zusammensetzt.

Das richtige Messer für die jede Anwendung

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Dieses kräftig gebaute Taschenmesser besitzt Platinen und Backen aus Titan. Die aufgeschraubten Griffschalen sind aus Micata. Als Klingenstahl kommt der bewährte 440C zum Einsatz. Gut sichtbar ist auch der Pocket Clip der es ermöglicht, das Messer z. B. an der Hosentasche zu befestigen.

Messer wurden und werden für die verschiedensten Anwendungen verwendet. Deshalb haben sich unterschiedliche Typen entwickelt, die auf die jeweilige Anwendung hin optimiert sind. Ein Ritter des europäischen Mittelalters stellte an ein Schwert mit Sicherheit andere Anforderungen als ein südamerikanischer Farmer an eine Machete oder ein Berufsjäger an ein Jagdmesser. Ein Soldat hingegen erwartet von einem zuverlässigen Einsatz- bzw. Kampfmesser andere Eigenschaften als ein Handwerker, der ein Taschenmesser benutzt, oder ein Chirurg, der mit einem Skalpell einen menschlichen Thorax öffnet.

Das Messer, Werkzeug und Waffe gleichermaßen

Nur wenige Gegenstände können für solch unterschiedliche Zwecke benutzt werden wie ein Messer. Hierbei kann das Messer als Werkzeug dienen, aber auch als tödliche Waffe. Auch können Messer quasi missbraucht werden. Mit einem Einhandmesser, also einem Taschenmesser, dessen Klinge sich mit nur einer Hand schnell öffnen lässt, können viele alltägliche Tätigkeiten verrichten werden, wie z. B. das Aufschneiden einer Verpackung, die Zerkleinerung von Lebensmitteln oder handwerkliche Arbeiten – es kann aber genauso als gefährliche Waffe eingesetzt werden. Wobei bei vielen relevanten Straftaten, vor allem im privaten Bereich, die Täter oftmals zum „guten alten“ Küchenmesser greifen. Somit können alle Messer potenziell gefährliche Gegenstände sein, nicht nur Dolche und Kampfmesser oder das in der Presse oft zitierte „Samuraischwert“.

Selbstverteidigung mit einem Messer

Jeder hat das Recht, sich gegen einen körperlichen Angriff zu wehren bzw. sein Leben zu verteidigen, allerdings mit angemessenen Mitteln. Ein Messer ist eine hocheffektive Nahkampfwaffe, die aber, wie bereits erwähnt, schwere Verletzungen bis hin zum Tod verursachen kann. Somit darf ein Messer, aus juristischer Sicht, ausschließlich in einer Notlage zum Einsatz kommen, bei der es um Leben oder Tod geht. Wer sich hingegen im Alltag vor Pöblern und Raufbolden schützen möchte, sollte deshalb zu diesem Zweck kein Messer mit sich führen, sondern sich für ein wirksames Pfefferspray entscheiden.

Was zeichnet ein gutes Messer aus?

Für die meisten dürfte die Antwort auf diese Frage klar sein – es muss scharf sein. Und in der Tat: Bekanntlich kann man auf stumpfen Messerklingen bis nach Rom reiten, aber damit schneiden kann man nicht. Ein Messer braucht eine scharfe Klinge; genauer gesagt muss die Klinge über eine im richtigen Winkel geschliffene Schneide verfügen, damit sie effektiv andere Materialien durchtrennen, also schneiden kann. Aber ein gutes Messer muss nicht nur scharf, sondern auch stabil sein, und der Messergriff muss eine ergonomisch richtige Anwendung ermöglichen.

Zählen Schwerter und Macheten auch zur Kategorie Messer?

Im Fall der Machete ist die Lage eindeutig. Für den Begriff Machete wird in der deutschen Sprache das Wort „Buschmesser“ verwendet – somit kann eine Machete als Messer eingestuft werden. Bei den Schwertern ist der Sachverhalt ein anderer. Schwerter zählen in erster Linie zu den Hieb- und Stichwaffen bzw. zu den sogenannten Blankwaffen, wobei auch der Dolch zu den Stich- bzw. Blankwaffen gerechnet wird.

Das Messer als Liebhaberstück

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Ein beeindruckendes Messer der Firma Cudeman aus Spanien. Die Ausformung der Klinge, die aus hochwertigem Böhler-Stahl gefertigt wurde, macht das Santiago (Modelbezeichnung) zu einem gleichermassen praktischen wie auch kompromisslosen Werkzeug.

Auf viele Menschen, vor allem Männer, übt ein scharf geschliffenes und möglichst hochwertig verarbeitetes Messer eine große Faszination aus. Für solche Messerfreunde sind Messer nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern Sammlerobjekte: Je aufwendiger die Herstellung und hochwertiger die Materialien, desto besser. Wobei mit „hochwertig“ nicht zwangsläufig gemeint ist, dass das jeweilige Messer mit Gold und Edelsteinen bestückt sein muss, sondern dass die verwendeten Materialien technisch betrachtet möglichst hoch entwickelt sind.

Vor allem Klingen, die aus modernen und besonders harten Stahlsorten gefertigt sind, haben zahlreiche Liebhaber. Und auch Messer klassischer Bauart mit Damaststahlklingen und handgravierten Elementen haben eine große Sammlergemeinde. Aber auch immer mehr Personen, die ein Messer tatsächlich nutzen, z. B. im Beruf oder Hobby, verlangen nach möglichst anspruchsvoll gefertigten und effektiv nutzbaren Messern. Vor allem der Trend hin zum hochwertigen Kochmesser belegt diese Entwicklung.

Messer „made in Germany“

Deutschland ist neben den USA, Japan, Italien, China und weiteren Ländern ein wichtiger Standort für die Messerproduktion. Vor allem die Stadt Solingen dürfte im Zusammenhang mit Schneidewaren Vielen ein Begriff sein. Bereits 1363 wurden in Solingen Schwerter gefertigt. 1571 wurde dann die Messermacherzunft aus der Taufe gehoben. Heute haben die meisten namhaften Messerproduzenten ihren Sitz in dieser kreisfreien Großstadt. Hierzu zählen so bekannte Firmen wie Böker, Eickhorn und Puma (Messer).

Die Entwicklung des Messers

Das Rad, so heißt es, sei die wichtigste Erfindung der menschlichen Zivilisation. Eine Aussage, der sich gerade in der modernen und vor allem technisierten Zeit nur wenig entgegensetzen lässt. Blickt man jedoch in die Anfänge der Menschheit vor mehr als 500.000 Jahren zurück, so war ein anderes Werkzeug sehr viel bedeutsamer: Ohne das Messer wäre das Sammeln von Pflanzen, der Schutz gegen Eindringlinge, das Jagen wilder Tiere oder das Behandeln von Krankheiten nicht möglich gewesen. Die Geschichte des Menschen ist also eng verbunden mit diesem an sich simpel wirkende Gegenstand, den wir im Alltag und im Beruf, im Hobby und daheim so häufig wie nur wenige andere Gebrauchsartikel nutzen.

Am Anfang war die Klinge

Das, was wir heute als Messer kennen, hat nur wenig mit jenen Werkzeugen gemein, die unsere ersten Vorfahren in der Altsteinzeit verwendet haben. Grob behauene Steine, die in den späteren Jahren dünner geschliffen wurden, kamen für die vielfältigen Aufgaben der Urmenschen in Betracht. Aus Feuerstein, Schiefer und ähnlich formbaren natürlichen Materialien wurden Klingen, Pfeilspitzen oder sogar medizinische Werkzeuge hergestellt. Mit einfachen Hilfsmitteln und unter erheblichem Aufwand entstand somit ein Bedarfsgut, das zum Überleben notwendig war, das das Sammeln von Pflanzen und Früchten erleichterte oder das für das Töten und Ausweiden der Tiere eine wichtige Funktion übernahm. Ständeübergreifend war das Messer in Benutzung, sowohl Nomaden als auch sesshafte Völker schützten sich damit vor Feinden. Aufgrund der geringen Qualität zerbrach dieses Hilfsmittel aber häufig schon nach kurzer Verwendung – insbesondere bei Operationen konnten zudem Bruchstücke und Splitter im menschlichen Körper zurückbleiben.

Die simple Perfektionierung in der Steinzeit

Die über viele Jahrtausende andauernde Entwicklung der Urvölker brachte aber auch einen handwerklichen Fortschritt mit sich, der die Mängel der verwendeten Materialien zu beheben versuchte. Für Faustkeile, Schabewerkzeuge, Messer und sogar Skalpelle wurden verschiedene Gesteine eingesetzt. Die Präzisierung der Arbeitsgeräte erfolgte auf hohem Niveau – und wirkt auch aus heutiger Sicht beeindruckend. Die seinerzeit hergestellte Schärfe mancher Klingen vereinfachte den Alltag erheblich. Auch, weil vermehrt bruchsichere Rohstoffe zum Einsatz kamen. Doch die Abkehr vom Stein als hauptsächlich gebräuchliche Ressource ließ sich damit nicht vermeiden: In den Anfängen der menschlichen Zivilisation rückten auch Holz, Horn, natürliche Fasern sowie Ton- und Keramikwerkzeuge in den Fokus. Je nach Einsatzmöglichkeit wurden daher spezielle Nutzartikel, Pfeilspitzen, Waffen und Messer hergestellt, die nur noch wenig mit den zuvor gebräuchlichen Vielseitigkeitsklingen gemein hatten. Eine Fülle an Möglichkeiten eröffnete sich, die jedoch alsbald durch die Verwendung der Metalle beendet wurde.

Die Bronzezeit ebnete neue Wege im Messerbau

Vor etwa 5.000 Jahren reifte der Abbau natürlicher Ressourcen sogar derart weit, dass erstmals auch Metalle in großem Umfang genutzt werden konnten. Hierbei setzte sich vor allem das leicht zu verarbeitende Kupfer durch. Allerdings galt es als zu weich und konnte sich bei hohen Belastungen durchaus verbiegen – ein Manko, das bei der Jagd oder bei Operationen unerwünscht war. Das Mischen verschiedener Metalle, das Legieren einer Klinge sowie das Härten im Feuer ließen daher die Urform des noch heute bekannten Schmiedehandwerks entstehen. Bronze und Messing wurden für diverse Alltagsgegenstände verwendet und erwarben sich insbesondere für die Messer einen guten Ruf. Denn die Materialien konnten nach mehrmaligem Gebrauch und der sich dadurch einstellende Abnutzung erneut geschärft werden. Die aus einem Stück gefertigte Klinge mit Griff ließ sich zudem mit Horn und Holz verzieren – auch als Kunstgegenstand und edle Auszeichnung für besondere Leistungen kam das Messer zum Einsatz.

Das Messer in der Eisenzeit

Obwohl sich in den antiken Kulturen Roms oder Griechenlands sowie in Damaskus und Japan bereits vor rund 3.000 kunstvoll verzierte und aufwendig hergestellte Messer, Langwaffen und Gebrauchsartikel finden ließen, wirkte die Herstellung derselben noch nicht ausgereift. Denn einen weiteren Fortschritt brachte erst die anbrechende Eisenzeit, die die Nutzbarmachung der Metalle in einem bis dahin nicht gekannten Umfang ermöglichte. Durch das Schmieden konnten verschiedene Rohstoffe miteinander verbunden und zu undurchdringlicher Härte verschmolzen werden. Aus der Fertigung der Klingen verschwanden die zuvor gebräuchlichen Materialien wie Horn oder Stein nahezu vollständig – alles, was eine gewisse Qualität, Schärfe und Haltbarkeit aufweisen sollte, wurde geschmiedet. Das Handwerk überdauerte für die kommenden rund 2.000 Jahre und wurde erst im späten Mittelalter durch die dann einsetzende Technisierung abgelöst. Die Verarbeitung des Eisens nimmt somit für eine große Epoche der Menschheit einen ähnlich hohen Stellenwert ein wie das Rad: Ohne beide Fortschritte wäre eine Entwicklung der Zivilisation deutlich langsamer erfolgt.

Die erste Serienfertigung in der Antike

In den wenigen Jahrhunderten vor und nach Beginn der Zeitrechnung erfolgte aber auch im medizinischen Handwerk eine stete Verbesserung: Denn Messer wurden nun nicht mehr alleine zum Schutz gegen Feinde oder zum Töten von Tieren eingesetzt, sondern erwarben sich ebenso wichtige Dienste bei der Rettung von Menschenleben. Obwohl Skalpelle bereits seit Jahrtausenden bekannt waren, wurden diese aus Metall in der Antike präziser gefertigt und konnten erstmals auch in größeren Mengen hergestellt werden. Dutzende oder sogar hunderte gleichartiger Artikel, die in Form und Güte nicht voneinander abwichen, erlaubten in allen gesellschaftlichen Bereichen eine Senkung der Kosten. Das Messer erfuhr dadurch einen abermaligen Aufschwung, da es nun erst recht in allen Zivilisationen bekannt war und für vielfältige Aufgaben verwendet wurde. Gleichzeitig stieg die Lebensqualität: Amputationen konnten durchgeführt, komplexe Eingriffe mit den immer besser werdenden Klingen erfolgreich beendet werden.

Die Bedeutung des Messers im Mittelalter

Die Möglichkeit, Messer in vielfältigen Formen und Größen, für unterschiedliche Zwecke und aus verschiedenen Materialien in wachsenden Stückzahlen herzustellen, unterstützte auch im anbrechenden Mittelalter die Beliebtheit derselben. Man trug die Klinge bei nahezu allen Anlässen bei sich. Sowohl im Beruf als auch im Alltag reifte das Messer zu einem ganz persönlichen Gebrauchsartikel. Denn erstmals in der Geschichte der Menschheit wurde es als fester Bestandteil zur Nahrungsaufnahme angesehen. Wie der Löffel und die Gabel, so wurde auch der geschmiedete und geschärfte Stahl zu jeder Zeit am Körper getragen. Zwischen den wohlhabenden Bürgern und dem allgemeinen Volk konnte sich die Qualität der Artikel natürlich erheblich voneinander unterscheiden. Demgegenüber entstanden neue Werkzeuge und Jagdwaffen. Viele Berufsstände entwickelten eigene Messer, um ihrer täglichen Arbeit möglichst genau und fehlerfrei nachzugehen. Alle gesellschaftlichen Schichten und alle arbeitenden Zünfte wurden somit durch die Verwendung des Messers vereint.

Einzelstücke und Massenfertigung in der Neuzeit

messer-klein-boekerAuch heute ist das Messer aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Dabei nimmt es immer präzisere Formen an, kann für die Jagd und zum Fischen, im medizinischen Bereich, für diverse Berufe, in der Kosmetik, zum Essen und Tranchieren, für die Tätigkeit in der Küche und natürlich als vielseitiger Gebrauchsgegenstand zum Einsatz kommen. Die Härtung des Stahls und die Kombination optimal aufeinander abgestimmter Metalle erlauben eine zuvor nicht gekannte Qualität. Die Serienherstellung erfolgt in tausendfacher Ausführung. Zugleich wächst insbesondere aber für Liebhaber und Sammler der Wunsch nach Einzelstücken, die etwa dem individuellen Geschmack oder den eigenen Körpermaßen angepasst werden und damit ideal in der Hand liegen. Der rostfreie Stahl überdauert nicht selten viele Jahrzehnte, in denen er bis auf die übliche Abnutzung nicht an Qualität verliert. Das uns heute ebenso bekannte wie beliebte Messer hat somit einen jahrtausendelangen Weg beschritten und sich mehrfach gewandelt – im Kern verfolgt es aber noch immer das gleiche Ziel wie bei unseren Vorfahren in der Steinzeit: Wie das Rad will es den Alltag und das Leben vereinfachen.