Das Messer ist einer der wichtigsten Gebrauchsgegenstände. Die ersten Klingen bzw. messerähnlichen Werkzeuge wurden bereits in der Steinzeit erfunden und verwendet. Die Entwicklungsgeschichte dieses Werkzeugs bzw. dieser Waffe ist ausgesprochen spannend, denn sie spiegelt auch die Technologie des jeweiligen Zeitalters wider.

Die Klinge eines Messers dient zum Durchtrennen von Materialien. Dementsprechend wurden Messerklingen schon immer aus harten und stabilen Werkstoffen gefertigt. Am Anfang nutzte man Stein und später dann Metall. Seit einigen Jahren werden sogar Messerklingen aus Keramik hergestellt. Aber Metall, genauer gesagt Stahl, ist und bleibt das Hauptmaterial in der Messerproduktion, und das nicht nur bei der Klinge, sondern auch bei vielen anderen Bauteilen, aus denen sich ein Messer zusammensetzt.

Das richtige Messer für die jeweilige Anwendung

Messer wurden und werden für die verschiedensten Anwendungen verwendet. Deshalb haben sich unterschiedliche Typen entwickelt, die auf die jeweilige Anwendung hin optimiert sind. Ein Ritter des europäischen Mittelalters stellte an ein Schwert mit Sicherheit andere Anforderungen als ein südamerikanischer Farmer an eine Machete oder ein Berufsjäger an ein Jagdmesser. Ein Soldat hingegen erwartet von einem zuverlässigen Einsatz- bzw. Kampfmesser andere Eigenschaften als ein Handwerker, der ein Taschenmesser benutzt, oder ein Chirurg, der mit einem Skalpell einen menschlichen Thorax öffnet.

Werkzeug und Waffe

Nur wenige Gegenstände können für solch unterschiedliche Zwecke benutzt werden wie ein Messer. Hierbei kann das Messer als Werkzeug dienen, aber auch als tödliche Waffe. Auch können Messer quasi missbraucht werden. Mit einem Einhandmesser, also einem Taschenmesser, dessen Klinge sich mit nur einer Hand schnell öffnen lässt, können viele alltägliche Tätigkeiten verrichten werden, wie z. B. das Aufschneiden einer Verpackung, die Zerkleinerung von Lebensmitteln oder handwerkliche Arbeiten – es kann aber genauso als gefährliche Waffe eingesetzt werden. Wobei bei vielen relevanten Straftaten, vor allem im privaten Bereich, die Täter oftmals zum „guten alten“ Küchenmesser greifen. Somit können alle Messer potenziell gefährliche Gegenstände sein, nicht nur Dolche und Kampfmesser oder das in der Presse oft zitierte „Samuraischwert“.

Selbstverteidigung mit einem Messer

Jeder hat das Recht, sich gegen einen körperlichen Angriff zu wehren bzw. sein Leben zu verteidigen, allerdings mit angemessenen Mitteln. Ein Messer ist eine hocheffektive Nahkampfwaffe, die aber, wie bereits erwähnt, schwere Verletzungen bis hin zum Tod verursachen kann. Somit darf ein Messer, aus juristischer Sicht, ausschließlich in einer Notlage zum Einsatz kommen, bei der es um Leben oder Tod geht. Wer sich hingegen im Alltag vor Pöblern und Raufbolden schützen möchte, sollte deshalb zu diesem Zweck kein Messer mit sich führen, sondern sich für ein wirksames Pfefferspray entscheiden.

Was zeichnet ein gutes Messer aus?

Für die meisten dürfte die Antwort auf diese Frage klar sein – es muss scharf sein. Und in der Tat: Bekanntlich kann man auf stumpfen Messerklingen bis nach Rom reiten, aber damit schneiden kann man nicht. Ein Messer braucht eine scharfe Klinge; genauer gesagt muss die Klinge über eine im richtigen Winkel geschliffene Schneide verfügen, damit sie effektiv andere Materialien durchtrennen, also schneiden kann. Aber ein gutes Messer muss nicht nur scharf, sondern auch stabil sein, und der Messergriff muss eine ergonomisch richtige Anwendung ermöglichen.
Zählen Schwerter und Macheten auch zur Kategorie Messer?

Im Fall der Machete ist die Lage eindeutig. Für den Begriff Machete wird in der deutschen Sprache das Wort „Buschmesser“ verwendet – somit kann eine Machete als Messer eingestuft werden. Bei den Schwertern ist der Sachverhalt ein anderer. Schwerter zählen in erster Linie zu den Hieb- und Stichwaffen bzw. zu den sogenannten Blankwaffen, wobei auch der Dolch zu den Stich- bzw. Blankwaffen gerechnet wird.

Das Messer als Liebhaberstück

Auf viele Menschen, vor allem Männer, übt ein scharf geschliffenes und möglichst hochwertig verarbeitetes Messer eine große Faszination aus. Für solche Messerfreunde sind Messer nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern Sammlerobjekte: Je aufwendiger die Herstellung und hochwertiger die Materialien, desto besser. Wobei mit „hochwertig“ nicht zwangsläufig gemeint ist, dass das jeweilige Messer mit Gold und Edelsteinen bestückt sein muss, sondern dass die verwendeten Materialien technisch betrachtet möglichst hoch entwickelt sind.

Vor allem Klingen, die aus modernen und besonders harten Stahlsorten gefertigt sind, haben zahlreiche Liebhaber. Und auch Messer klassischer Bauart mit Damaststahlklingen und handgravierten Elementen haben eine große Sammlergemeinde. Aber auch immer mehr Personen, die ein Messer tatsächlich nutzen, z. B. im Beruf oder Hobby, verlangen nach möglichst anspruchsvoll gefertigten und effektiv nutzbaren Messern. Vor allem der Trend hin zum hochwertigen Kochmesser belegt diese Entwicklung.

Messer „made in Germany“

Deutschland ist neben den USA, Japan, Italien, China und weiteren Ländern ein wichtiger Standort für die Messerproduktion. Vor allem die Stadt Solingen dürfte im Zusammenhang mit Schneidewaren Vielen ein Begriff sein. Bereits 1363 wurden in Solingen Schwerter gefertigt. 1571 wurde dann die Messermacherzunft aus der Taufe gehoben. Heute haben die meisten namhaften Messerproduzenten ihren Sitz in dieser kreisfreien Großstadt. Hierzu zählen so bekannte Firmen wie Böker, Eickhorn und Puma (Messer).