Ein Kubotan ist ein stabförmiger Gegenstand, der aus hartem Material gefertigt wird und an mindestens einem Ende eine abgerundete Spitze aufweist. Ein solcher Kubotan dient als Mittel zur Selbstverteidigung, also zur Abwehr körperlicher Angriffe. Hierzu wird mit der Spitze punktueller Druck oder ein Schlag gegen den Körper des Angreifers ausgeübt. Ursprünglich fand der Kubotan Verwendung in verschiedenen Kampftechniken.

In Europa wird er vor allem als frei erhältliches Mittel zum Selbstschutz angeboten, wobei der effektive Einsatz dieser Waffe einiges an Übung voraussetzt und für einen unbedarften Anwender eher ungeeignet ist. Ein Kubotan fällt in Deutschland nicht unter das Waffengesetz und darf somit in der Öffentlichkeit legal mitgeführt werden, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Schlagstock.

Der Kubotan im Detail

Ein Kubotan besitzt eine durchschnittliche Länge von ca. 14 cm und einen Durchmesser von ca. 15 mm. Als Material finden vor allem Metall, Kunststoff oder auch Holz Verwendung. Die Oberfläche kann hierbei glatt oder für eine bessere Griffigkeit strukturiert sein.

Einige Hersteller bieten auch Modelle mit Griffschlaufen oder auswechselbaren Spitzen an. Der Nutzer kann bei Letzteren je nach Verwendungszweck einen halbrunden oder eher spitzer ausgeformten Aufsatz verwenden.

Eine moderne und praktische Ableitung vom herkömmlichen Kubotan ist der sogenannte Tactical Pen. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen stabilen, in der Regel aus Metall gefertigten Kugelschreiber, der am oberen Ende eine spitze oder abgerundete Schlagfläche besitzt; teilweise sind diese Trefferflächen an Tactical Pens zusätzlich mit Hartmetall z. B. Wolframkarbid besetzt. Diese Eigenschaft ermöglicht auch den zusätzlichen Einsatz als Glasbrecher.

Über die Wirksamkeit der Anwendung

Mit einem Kubotan können einem Angreifer durchaus ernsthafte Verletzungen zugefügt werden, vor allem wenn ein Schlag gegen den Kopf ausgeführt wird. Ziel eines fachkundigen Einsatzes sind aber vielmehr sensible Nervenpunkte, die sich an praktisch allen Körperbereichen, sowohl am Rumpf wie an den Extremitäten, finden. Wie bei allen Mitteln zum Selbstschutz macht das Mitführen eines Kubotan nur dann Sinn, wenn dieser in Notfallsituationen sofort griffbereit ist. Da ein Kubotan im passiven Zustand für den Träger relativ ungefährlich ist, anders beispielsweise als die Klinge eines Messers, kann er ohne Schutz direkt in der Jacken- oder Hosentasche „am Mann“ geführt werden und ist somit unmittelbar einsatzbereit. Hierbei sollte aber beachtet werden, dass es während einer Auseinandersetzung schwierig bis unmöglich ist, nach dem Kubotan zu greifen, weshalb dies rechtzeitig vor dem eigentlichen Körperkontakt erfolgen sollte.