Pfefferspray: ein Mittel zur Selbstverteidigung

By | 20/10/2015

Pfefferspray ist ein Mittel zur Selbstverteidigung, das gegen Angreifer auf kurze Distanz eingesetzt wird. Pfefferspray ist meistens in Sprühdosen mit unterschiedlichem Fassungsvermögen abgefüllt und kann somit jederzeit mitgeführt und eingesetzt werden. Weiterhin gibt es sogenannte Pfefferpistolen, die mit entsprechenden Kartuschen geladen werden. Auch ist mit Pfefferspray gefüllte Munition für den Gebrauch in Schreckschuss- bzw. Gaspistolen verfügbar.

Pfefferspray zeichnet sich auf der einen Seite durch eine hohe Wirksamkeit aus und auf der anderen Seite dadurch, dass das Produkt, welches natürlichen Ursprungs (Chiliextrakt) ist, beim Angreifer in der Regel keine Folgeschäden verursacht. Somit ist Pfefferspray das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Angriffe effektiv und gleichzeitig human abzuwehren. Auch sind mögliche juristische Folgen, die nach dem Einsatz von Pfefferspray denkbar sein können, für den Anwender meistens deutlich weniger problematisch, als wenn beispielweise ein Messer im Zuge der Verteidigungshandlung zum Einsatz kommt.

Das richtige Pfefferspray für jeden Zweck

Pfeffersprays aus der Dose gibt es in vier Arten: Diese sind der breite oder punktuelle Flüssigstrahl, die Schaumform oder das Gel. Was die Effektivität der unterschiedlichen Austrittsformen angeht, ist der punktuelle Flüssigstrahl oder der Gelstrahl in der Regel am wirkungsvollsten. Der breite Flüssigstrahl und der Schaum zeichnen sich hingegen durch ein breiteres Trefferfeld aus, was ungeübten Personen das Zielen bzw. den erfolgreichen Einsatz erleichtert. Allerdings sind die beiden zuletzt genannten Formen weniger gegenwindstabil und von ihrer Reichweite dem Punktstrahl und dem Pfeffergel unterlegen.

Weiterhin gibt es Produkte, die zusätzlich mit Farbstoff versehen sind, was das Erkennen der Trefferfläche vereinfacht und einen zusätzlichen psychologischen Effekt beim besprühten Angreifer verursachen kann. Auch erleichtern solche Produkte die spätere Identifizierung des Attackierenden.

Pfeffersprays werden von mehreren Herstellern angeboten. Hierbei bestehen merkliche Preis- und Qualitätsunterschiede. Grundsätzlich sollten nur Markenprodukte mit zuverlässiger Sprühtechnik und hohem Wirkstoffgehalt Verwendung finden.

Der Wirkstoff im Pfefferspray, der eine sofortige und schmerzhafte Reizung der Schleimhäute und vor allem der Augen verursacht, was die besprühte Person vorübergehend physisch stark einschränkt, ist das Capsicum-Oleoresin, welches aus Chilischoten gewonnen wird.

Um die akute Wirkung von Pfefferspray zu reduzieren, sollten die betroffenen Körperteile (z. B. Augen) mit kaltem Wasser ausgespült werden.
Pfefferspray eignet sich neben der Verteidigung gegen Menschen auch zur Tierabwehr (z. B. bissige Hunde).

Die richtige Anwendung von Pfefferspray

Pfefferspray ist zweifelsohne ein gutes Mittel zur Selbstverteidigung in Alltagssituationen. Der im Pfefferspray enthaltene Wirkstoff erzeugt ein akutes Brennen in den Augen und den Schleimhäuten von Nase und Mund. Der Angreifer wird hierdurch entweder kampfunfähig oder aber physisch so eingeschränkt, dass er den Angriff nur noch geschwächt weiterführen kann.

Damit aber Pfefferspray die beschriebenen Wirkungen entfalten kann, muss es entsprechend in die Augen bzw. in den Gesichtsbereich des Angreifers gelangen. Mit anderen Worten, der aus der Dose austretende Strahl muss sein Ziel auch treffen. Bei trockener, windstiller Witterung und ausreichend Tageslicht mögen diese Kriterien durch den Anwender leicht zu erfüllen sein – ganz anders sieht es allerdings dann aus, wenn die Anwendung bei Gegenwind, starkem Regen oder Dunkelheit ausgeführt wird.

Gegenwind: Bei dem aus dem Reizstoffsprühgerät austretenden Strahl handelt es sich um ein Aerosol, das durch Wind abgelenkt werden kann. Anders formuliert, wer gegen die Windrichtung sprüht, läuft Gefahr, sich selbst mit Pfefferspray zu kontaminieren, statt den Angreifer zu treffen. Der Faktor Wind ist also immer problematisch, wenn es um die Anwendung von Pfefferspray geht. Logischerweise trifft das auch auf Seitenwind zu, der ein genaues Treffen erschwert. Um die Windproblematik möglichst gering zu halten, macht es daher Sinn, sich für ein Pfefferspray zu entscheiden, bei dem der Inhalt als punktförmiger, dünner Strahl austritt, nicht aber als Schaum oder Breitstrahl, da diese beiden Formen am instabilsten sind.

Regen (oder auch Schnee) kann eine ähnliche Wirkung wie Wind erzeugen. Das ausgebrachte Pfefferspray kann hierdurch von seiner Zielrichtung abgelenkt werden. Zusätzlich kann der Regen die Substanz verwässern und somit die Wirkung reduzieren. Um auch diese Problematik möglichst gering zu halten, sollte der Anwender ebenfalls punktförmig austretenden Pfefferspray bevorzugen.

Dunkelheit: Es macht Sinn, Pfefferspray anzuwenden, um einen Angriff schon im Keim zu ersticken, ohne dass bereits körperlicher Kontakt mit dem Angreifer stattgefunden hat. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Auf offener Straße begegnet Ihnen eine offensichtlich aggressive Person, die versucht, sich Ihnen zu nähern. Nun sollten Sie bereits Ihr Pfefferspray auf die Distanz einsetzen, um zu verhindern, dass es zum direkten Kontakt mit der Person kommt.

Die Zielfläche, die es für eine effektive Anwendung von Pfefferspray zu treffen gilt, ist vor allem der Augenbereich. Treffen kann man allerdings nur das, was man auch sehen kann. Und aus diesem Grund kann der Einsatz von Pfefferspray bei Dunkelheit bzw. nachts problematisch sein, denn der Anwender kann oftmals nicht die Trefferfläche erkennen, um z. B. den Zielpunkt anzupassen.

Bei dieser Problematik kann nur eine Lichtquelle für Abhilfe sorgen. Nun ist es aber realitätsfern, im Zuge einer Selbstverteidigungshandlung nicht nur ein Pfefferspray in die Hand zu nehmen, sondern auch noch eine mitgeführte Taschenlampe in Position zu bringen. Für Abhilfe kann hierbei ein Pfefferspray mit integriertem LED-Licht sorgen.

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