Pfefferspray ist grundsätzlich legal

By | 17/02/2016

Auch durch die Medien wird vor allem in den letzten Jahren verstärkt suggeriert, dass unser Alltag immer gefährlicher und ein erhöhter Schutz der eigenen Person erforderlich wird. In zahlreichen Haushalten ist dadurch vermehrt Pfefferspray anzutreffen, das die nötige Sicherheit auch für unterwegs bieten soll. Dieses Produkt darf zwar nach deutschem Gesetz nur zum Zwecke der Verteidigung gegen Tiere erworben und mit sich geführt werden, doch in Notwehrfällen ist es ebenfalls gegen menschliche Angreifer einsetzbar. Problematisch ist an dieser Stelle jedoch, dass eine große Anzahl der Besitzer nicht weiß, in welchen Situationen ein solches Pfefferspray korrekt und damit legal verwendet werden darf.

Wenn ist die Verteidigung mit Pfefferspray legal?

In Deutschland ist der Besitz des Sprays grundsätzlich legal, sofern es explizit als Tierabwehrspray gekennzeichnet wurde. Sollte dieser Vermerk fehlen, fällt das Produkt jedoch unter das Waffenschutzgesetz. Wer als Privatperson Pfefferspray im Alltag mit sich führt, macht sich also keineswegs automatisch strafbar.

Der passive Einsatz dieses Selbstverteidigungsmittels ist gesetzlich in Situationen der Notwehr und der Nothilfe erlaubt. Dies bedeutet, dass der Gebrauch auch gegen Menschen legal ist, wenn das körperliche Wohl der eigenen oder einer anderen Person akut durch einen Angreifer gefährdet wird. Ist beispielsweise abzusehen, dass eine lebensgefährliche Situation im Rahmen eines gewaltsamen Überfalls oder einer Vergewaltigung kurz bevorsteht, muss gehandelt werden. Die kriminellen und gesundheitsgefährdenden Absichten müssen in jedem Fall klar ersichtlich sein. Die Grenze ist in solchen Situationen oftmals fließend, deswegen ist essenziell, stets Ruhe zu bewahren. Eine bewaffnete Person gilt so etwa als ernstes Gesundheitsrisiko, wenn der Gegenstand nach eigenen Einschätzungen nicht nur als Drohmittel, sondern für eine geplante Körperverletzung gedacht ist.

Potenzielle Gefahren abschätzen und mit Bedacht einsetzen!

Wird beobachtet, dass eine Gruppe von Angreifern eine Person „nur“ verbal bedrängt, ist der Einsatz von Pfefferspray noch nicht gerechtfertigt und wäre somit strafbar. Sollte sich diese Attacke jedoch in einer psychischen Bedrohung zuspitzen und daraus eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit bestehen, darf das Pfefferspray eingesetzt werden. Der Verdacht auf den Tatbestand einer schweren Körperverletzung muss so zwingend gegeben sein, um den Gebrauch von Pfefferspray gegenüber Menschen begründen zu können.

Hierbei spielt es letzten Endes keine Rolle, ob sich die Gewalt gegen das persönliche Wohlbefinden oder die Gesundheit einer anderen Person richtet. Im Zweifelsfall sollte der erste Schritt zur Verteidigung jedoch nicht der Griff zum Spray sein, denn dieses bringt wie jeder gefährliche Gegenstand immer Restrisiken mit sich. Es ist vielmehr sinnvoller, auf die entsprechende Gefahrensituation aufmerksam zu machen und um Hilfe zu rufen. Sollte das nicht mehr möglich sein, ist dies im Großteil der Fälle bereits als ein deutliches Indiz für einen vermutlich lebensbedrohenden Ausgang eines Angriffs zu deuten und das Pfefferspray kann legal bzw. rechtens eingesetzt werden.

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