Karambit: ein funktionelles Messer oder nur Trend?

By | 21/04/2017

Unter der Bezeichnung Karambit wird ein Messer verstanden, dessen Klinge und Griff bogenförmig verlaufen und am Griffende einen ringförmigen Überstand besitzt. Die Messerklinge weist hierbei in der Regel eine ausgeprägte Spitze auf. Somit kann ein Karambit auch als sichelförmiges Messer bezeichnet werden, das normalerweise über eine feststehende Klinge verfügt, es gibt aber auch Taschenmesser in Karambitform.

karambit

Das Karambit besitzt eine lange Tradition und stammt aus Südostasien. Dort wurde es ursprünglich zur Garten- und Feldarbeit, aber nicht zum Kampf verwendet. Erst später wurde es vor allem im westlichen Raum als Verteidigungswaffe quasi neu entdeckt, was vor allem auch der aggressiv wirkenden Klingenform geschuldet sein dürfte. Wichtig ist hierbei der rechtliche Hinweis, dass es sich bei einem Karambit nicht um ein Faustmesser bzw. einen Faustdolch handelt, siehe hierzu die Einstufung durch das Bundeskriminalamt (BKA) vom 09.07.2012. Das Messer darf in Deutschland also legal besessen und teilweise auch mitgeführt werden.

Ist ein Karambit für die Selbstverteidigung geeignet?

Objektiv betrachtet kann ein Karambit zur Selbstverteidigung genutzt werden. Die Messerform ist hierbei aber nicht überdurchschnittlich gut für Verteidigungshandlungen geeignet, vor allem deshalb nicht, weil die gebogene Klinge nicht optimal für gerade Stoßbewegungen geeignet ist. Hingegen ermöglicht die Klingenform das effektive Ausführen ziehender Schnittbewegungen, vorausgesetzt, diese werden an der Messerspitze angesetzt.

Karambitmesser sind aktuell stark nachgefragt. Was begründet diesen Trend?

Wie bereits im ersten Abschnitt erwähnt, dürfte vor allem die aggressive Optik des Messers zu dieser Entwicklung beitragen. Viele unkundigen Käufer halten ein Karambit auch für eine Art legales Faustmesser, die Eigenschaften eines solchen Faustdolches sind beim Karambit aber praktisch kaum gegeben.

karambit, messer

Haben alle Karambits die gleiche Klingenform und Klingenlänge?

Nein, es gibt eine Vielzahl an modifizierten Formen. Die Messer unterscheiden sich z. B. durch die Krümmung von Klinge und Griff. Es gibt weiterhin Modelle, die über eine gebogene Tantoklinge verfügen, was der ursprünglichen Form widerspricht. Auch sind Karambits in unterschiedlichen Größen und selbstverständlich Qualitäten verfügbar.

Ich bin Laie und suche zur Selbstverteidigung ein Messer. Ist ein Karambit empfehlenswert?

Wir empfehlen niemandem das Führen eines Messers zu Selbstverteidigungszwecken, besser man nutzt Pfefferspray. Weiterhin ist ein Karambit auch kein Messer, das man einem Laien in Sachen Messerkampf empfehlen kann, da es, um effektiv zu sein, relativ fachkundig geführt werden muss, wobei es in den Händen eines geübten Anwenders durchaus zur effektiven Nahverteidigung dienlich ist.

Welches Karambitmodell bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Wer sich ein solches Messer zulegen möchte, kann einen Blick auf das Magnum Spike Karambit aus dem Hause Böker werfen. Dieses stabil gearbeitete Karambit verfügt über die klassische Formgebung, besitzt dabei eine Klingenlänge von 10,2 cm und ist mit einem UVP von 47,95 Euro relativ erschwinglich. Allerdings ließ die Klingenschärfe bei unserem Testexemplar zu wünschen übrig, hier ist also etwas Heimarbeit vonnöten, um dem Spike eine zufriedenstellende Schärfe zu verpassen. Das Schleifen von gebogenen Klingen ist allerdings nicht ganz einfach und nicht alle Messerschärfer taugen hierzu. Weiterhin ist die Detailverarbeitung nicht die beste, was den Gebrauchswert des Messers aber nicht reduziert. Dafür wird das Spike aber mit einer funktionellen Kydexscheide samt Gürteladapter ausgeliefert. Mehr dazu finden Sie in unserem Magnum-Spike-Karambit-Test.

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