Kampfmesser: das Messer für den Kampf

By | 20/10/2015

Der Begriff Kampfmesser bezeichnet einen Messertyp, der speziell für den Einsatz in Nahkampfsituationen konzipiert ist. Meistens handelt es sich hierbei um Messer mit einer mittelgrossen (ca. 10 bis 18 cm) und feststehenden Klinge. Es gibt aber auch taktische Einhandmesser, die als Kampfmesser Verwendung finden.

Kampfmesser

Klassisches Kampfmesser der Firma TOPS aus den USA

Herkömmlicherweise ist die Klinge eines Kampfmessers so geformt, dass sie über eine ausgeprägte, relativ mittig positionierte Spitze verfügt, damit mit dem Messer effektive Stossbewegungen nach vorne möglich sind. Der Messergriff ist in der Regel so geformt, dass er vollständig mit einer Hand umgriffen werden kann und hierbei ein hohe Griffigkeit aufweist. Weiterhin verfügen viele Kampfmesser über ein Parierelement zwischen Klinge und Griff.

Kampfmesser: Klinge geschwungen

Dieses Kampfmesser besitzt keine Dolchklinge sondern eine geschwungene Klingenform.

Unterschiedliche Klingentypen

Bei Kampfmessern können je nach Modell sichtbare Unterschiede bei der Klingenform festgestellt werden. Es gibt hierbei Klingen, die relativ schmal sind, und solche Formen, die deutlich runder und voluminöser ausgeformt sind, vor allem im Bereich der vorderen unteren Klingenhälfte.

Einhandmesser für Verteidigung

Dieses relativ kompakte Einhandmesser eignet sich durch die mittige Klingenspitze und die Flipperöffnung durchaus zur Verteidigung.

Die klassische Klingenform bei Kampfmessern ist aber die Dolchklinge. Bei einem Dolch befindet sich die Spitze in der Klingenmitte, die hierbei länglich und relativ schmal gehalten ist und über zwei Schneiden, je eine auf der Klingenunter- und -oberseite, verfügt. Hierbei existieren Dolche, bei denen nur die untere Schneide scharf geschliffen ist und die obere Schneide nur eine sogenannte falsche Schneide aufweist.

Kampfdolch

Militärischer Dolch für den Nahkampf.

Wann wird ein Messer als Kampfmesser bezeichnet?

Es gibt kein festen Regeln, die ein Kampfmesser klassifizieren. Somit ist jedes Messer, das sich für den jeweiligen Anwender zur Selbstverteidigung eignet, quasi auch ein Kampfmesser, wobei es klassische Kampfmesserformen gibt, wie z. B. den Dolch, also ein Messer mit einer geraden, spitzen und zweischneidigen Klinge.

Sind Kampfmesser legal?

Auch für Kampfmesser gelten die Regelungen nach § 42 a des Waffengesetzes. Hiernach sind Anscheinswaffen, Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm verboten bzw. nicht zum Mitführen erlaubt. Jeder, der sich selbst für die Materie interessiert, sollte einmal einen Blick in das besagte Waffengesetz werfen.

Welches Messer eignet sich besonders gut für die Abwehr von Angriffen?

Diese Frage lässt sich nicht grundlegend beantworten. Eine im Messerkampf geübte Person wird auf kurz oder lang individuelle Kriterien an ein gutes Kampfmesser stellen. Diese Kriterien sind hierbei vor allem von der persönlichen Technik und dem Einsatzzweck abhängig.

Für unbedarfte Laien oder jähzornige Menschen ist das Messer als Mittel zur Selbstverteidigung eher problematisch. Jemandem ohne Vorkenntnisse, der mit Gedanken spielt, sich im Fall der Fälle mit einem Messer gegen einen Angriff verteidigen zu wollen, sei das Buch „Verteidigung mit dem Messer“ von Florian Lahner für eine erste Orientierung empfohlen.

Grundsätzlich sollte ein Kampfmesser aber eine möglichst lange Klinge haben, oder?

Nein, eine besonders lange Klinge ist keine Voraussetzung für funktionale Kampfmesser. Ein Messer, das wirkungsvoll zur Verteidigung eingesetzt werden kann, muss vor allem über einen ergonomischen Griff und eine gute Führigkeit verfügen, damit sowohl ziehende Schnitte als auch Stoß- bzw. Stichbewegungen leichthändig ausgeführt werden können. Die Klinge bzw. Schneide sollte tunlichst scharf und belastbar sein und über eine ausgeprägte Spitze verfügen.

Hierbei sollte die Klinge aber nicht länger als 17 cm sein, da ansonsten die Führigkeit des Messers reduziert ist. Wer hingegen, z. B. für den Bereich der Heimverteidigung, nach einem Nahkampfmittel mit überdurchschnittlich langer Klinge sucht, das entsprechend große Reichweite besitzt, sollte sich besser mit einer Machete oder auch einem Speer ausstatten als mit einem Kampfmesser, wobei Gegenstände wie Machete oder Speer logischerweise kaum zum Mitführen außerhalb der eigenen vier Wände geeignet sind, ein Messer aber schon.

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